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In St. Johann erzählt man sich die Legende von einem besonders fleißigen und gottesfürchtigen Ministranten.
Einst fragte ihn der Pfarrer von St. Johann ob er eine arme Seele erlösen wolle. Der Ministrant bejahte schüchtern und der Pfarrer beauftragte ihn darauf dreimal um Mitternacht auf den Friedhof in die Leichenkapelle zu gehen und dort einen Ablass zu beten.
Um Mitternacht desselben Tages machte sich der Ministrant tatsächlich auf den Weg zum Gottesacker, aber am Friedhofsgatter verließ ihn aller Mut und er kehrte um. Aber es ließ ihm keine Ruhe; am nächsten Tag nahm er wiederum allen Mut zusammen und diesmal ging er nun tatsächlich um Mitternacht in die Leichenkapelle und betete einen Ablass. Am nächsten Tag sagte der Pfarrer er wisse, dass er gestern einen Ablass gebetet habe, aber es sei noch nicht genug, er müsse noch zweimal um Mitternacht in die Kapelle gehen um dort beten. Schweren Herzens und zitternd vor Furcht wagte es der Ministrant tatsächlich noch zweimal um Mitternacht in der Leichenkapelle zu beten. Und wirklich- es war ein Wunder, als der Ministrant seinen dritten Ablass gebetet hatte, flog eine weiße Taube himmelwärts.
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