Das Schloss



Ein antrisches Loch, das im Ahrntal seinen Anfang nahm, mündete beim sagenhaften Schloss Purstein, hoch über dem Tauferer Boden. Dort lebten zwei reiche Schwestern, eine von ihnen war blind.

Einst kam der Ritter von der Kehlburg ins Schloss und hielt um die Hand der sehenden Frau an. Diese willigte ein und um die Blinde loszuwerden, bot man ihr ein Fass voller Goldstücke an. Die Blinde tastete über die Goldmünzen im Fass, aber ihre Schwester und der Ritter hatten sie betrogen. Das Holzfass stand umgekehrt da, die Goldmünzen bedeckten nur den Boden des Behälters.

Nach ein paar Tagen läuteten die Glocken von der Tauferer Pfarrkirche her zur Hochzeit, und ein mächtiges Gewitter entlud sich über dem Tauferer Boden. Plötzlich fuhr ein Blitzschlag nieder und das Hochzeitspaar versank in der Erde, mit ihm verschwand auch spurlos das Schloss.



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