Bald einmal nach dem Unglück haben wir erfahren, dass das Aluminium Käufer findet.
So sind wir hinauf und haben begonnen, das Flugzeug auseinander zu nehmen. Im
vorderen Teil war es ja total ausgebrannt, hinten aber eigentlich noch ganz
ordentlich. So haben wir das Zeug dann heraus getragen. In der ersten Zeit haben
wir 27 Lire für ein Kilogramm Aluminium bekommen. Das war in der damaligen Zeit
viel Geld (Anm. d. Red. entspricht heute ungefähr einem Kilopreis von 1500
Lire). Zuletzt bekamen wir sogar 100 Lire für ein Kilogramm. Da konnte man eine
schöne Schicht verdienen.
Deshalb sind nicht nur Prettauer hinauf zum Flieger, sondern auch Männer aus St. Peter.
Das Aluminium hatte damals großen Wert. Aus dem Blech konnte man allerhand
Gebrauchsgegenstände machen: Deckel für Kochtöpfe, Lampenschirme,
Wasserwannen und -leitungen. Viel wurde auch an einen Mechaniker in St. Jakob
verkauft. Der hat es eingeschmolzen und Kugellager für Seilwinden daraus
gegossen.

Reste des Flugmotors an der Unglücksstelle. Aufnahme: August 2002
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Heute liegt an der Unglückstelle nur mehr die Öldruckachse und ein Motor. Alles
andere wurde damals herunter getragen, auch die Räder, die nicht verbrannt
sind.
1951
habe ich das letzte Mal etwas herausgetragen: einen Motor. Es war am Tag bevor
ich zur Musterung nach Bozen musste. Ich war bei der Lahneralm Edelweiß pflücken.
Da habe ich mir gedacht: Zum Flieger schau ich auf alle Fälle hinüber’.
Dort habe ich dann den Motor gesehen, richtig handlich zum Angreifen. Leider
hatte ich keine Kopfkraxe mit. So musste ich unverrichteter Dinge wieder heim.
Zuhause habe ich den Vater gebeten, dass er mich am nächsten Morgen um zwei Uhr
weckt. Um halb sechs in der Früh war ich dann schon wieder beim Flieger.
Irgendwie ist es mir gelungen, den Motor auf die Kraxe zu rollen und anzubinden.
So beladen bin ich dann sieben Stunden weglos unterwegs gewesen. Normal braucht
man eine gute Stunde bis zur Kehreralm. Aber ich habe mich verschätzt. Besser wäre
gewesen, ich hätte den Motor unterwegs nicht abgeladen. Doch ich wollte ihn über
das steile Gelände rollen. So wurde er schließlich aber so verbogen, dass er
sich nicht mehr rollen ließ. Zuletzt musste ich ihn sogar wieder ein Stück aus
einem Bach herauftragen. Als ich schließlich bei der Kehreralm ankam, wollte
ich den Motor am Fahrrad festbinden. Doch das ist unter der Last
zusammengebrochen. Immerhin wog der Motor 150 kg. So musste ich ihn bei der
Kehreralm liegen lassen und bin zur Musterung nach Bozen. Die haben Augen
gemacht, als sie bei der Musterung meine Striemen von der Kraxe gesehen haben.
In
der Zwischenzeit haben mein Vater und mein Bruder den Motor mit einem Karren
nach Hause gebracht. Als ich dann von der Musterung heim bin, habe ich ihn
verkauft: 5000 Lire habe ich dafür bekommen - viel Geld damals!
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