"argan - huagaschtn - kitzböckn - zwougn"
Eine kleine Auswahl von beinahe schon vergessenen Ahrntaler "Tun"- Wörtern. (Teil I)


Der Dialekt ist die regionale Ausprägung einer Sprache, die sich vor allem in der Aussprache und im Wortschatz von der Standardsprache unterscheidet. Dialekte und Sprachen verändern sich ständig. So hat sich der Ahrntaler Dialekt vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jhs durch äußere Einflüsse (Fremdenverkehr, Massenmedien, Fremdsprachen) und durch den Wandel in der Arbeits- und Lebensweise grundlegend verändert. Alte Wörter, die mit der traditionellen Lebensweise zusammenhängen, verschwinden zusehends, und um der modernen Lebensweise gerecht zu werden, müssen in den Wortschatz der Dialektsprecher neue Wörter aufgenommen werden.
In die vorliegende Auswahl haben wir Verben aufgenommen, die vom Vergessen bedroht sind, und die vielleicht von jüngeren Generationen schon nicht mehr verwendet und verstanden werden.
Der Infinitivform des Verbs (mit Erklärung) fügen wir das Partizip Perfekt bei, weil diese Form im Ahrntaler Dialekt so oft verwendet wird. In einem Beispielsatz soll den Lesern verdeutlicht werden, wie das betreffende Verb im Ahrntaler Dialekt verwendet wird.
Auf eine wissenschaftliche Schreibweise (Lautschrift) des Ahrntaler Dialektes haben wir bewusst verzichtet um die Leser nicht zu überfordern. Wir haben versucht den Dialekt so zu schreiben, wie er tatsächlich ausgesprochen wird.

Fischer Rudolf
Steger Konrad


argan, g'argascht:widerlich sein, zuwider sein, ein unangenehmes Gefühl hervorrufen bzw. empfinden. Taifl, tüt mio dos argan, wenn du dou in do Pfonne asö krâlsch.

autaitschn, augitaitscht: jemandem etwas erklären, verständlich machen. Geischto hon i gimisst an sian Fremm autaitschn, wou's dou zi do Piëtra Kirchn get.

dachon, gidachoscht: Dach decken. In Ahng hobm se iëz gimisst in Kirchtûng noi dachon, wail's olbm ochagong isch.

döktan, gidöktascht: sich ärztlich behandeln lassen. Longe isch a gsund giwesn, obo iz müs a awi döktan.

einton, g'eintoscht: nachahmen, nachäffen. Wenn du mio nüemo asö eintoscht, na kunnat i di gallign amo richtig watschn.

eischzn, g'eischznt: den Beruf eines Arztes (Heilpraktikers) ausüben. Do Morcha Jouggl va San Piëto hot fria gourawi g'eischznt, viel hot a dohölfn.

eizzn, g'eizzt: ein Stück Feld oder Wiese zur Beweidung freigeben, beweiden lassen. Dei Troute wewo hoire amo eizzn.

erchn, g'ercht: herumwursteln, umständlich und ungeschickt arbeiten. Dia ercht ba den Fâschtlan nu schu di leingischte Waile umanondo.

foggl, gfogglgg: mit Feuer spielen. Ma liëba Kindo, tit neit foggl, sischt schîscht dis gallign nö öppas ô.

foirazn, gfoirazt: Funken sprühen. Geischto san die Schtuane ocha, i soug do, es hot la gfoirazt.

fratschl, gfratschlt: viel reden, neugierig fragen. Bische sischt a giluschtigis Meintsch, dass de la olbm öppas zi fratschl hosch.

freggn, gfreggit: umständlich, ungekonnt (ohne scharfes Werkzeug) abschneiden, schnitzen oder mähen. Wos freggische denn dou asö umanondo, geh amo zi tengl.

gägn, gigägit: nörgeln, lästig sein. Gäg neit olbm, du mudo Seikkl!

gaibm, gigaibb: betteln, nach etwas gelüsten. Bol di Müito di Sonztige asö Kropfn bocht, tü i olbm richtig gaibm.


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Diese Seite wurde am 15.März 2002 aktualisiert.
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