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Mit dem Auftrieb der Ziegen und der Schafe begann man, sofern das Wetter es erlaubte, meistens Anfang Mai. Ende Mai - es durfte natürlich kein Sonntag sein - erfolgte der Auftrieb der Kühe und der Schweine. Dieses sehr anstrengende „Îbofoung“ dauerte meist zwei Tage. Deshalb mußte man eine Nacht auswärts verbringen und das Vieh bei einem Bauern einstallen. So hatte z. B. der Niedermair-Bauer aus St. Jakob das Recht, sein Vieh unterhalb des Tauern in der Oberleiteralm einzustallen, der Platterbauer aus St. Johann nahm dieses Recht beim „Praschtmonn“ in Heilig Geist in Anspruch. Je nach Viehanzahl mußte jeder Bauer sogenannte „Taungknechte“ stellen, welche vorausgehen und einen schmalen Steig über das schneebedeckte Joch freischaufeln mußten. Am Joch wurde der „Engel des Herrn“ gebetet. Heute wird das Vieh - vor allem im Frühjahr - immer mehr mit Lastwägen über die Grenze gebracht.
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September 2002 aktualisiert. |