Fast die einzige Möglichkeit, dass sich Burschen und Mädchen näher kennenlernen konnten, war früher der gemeinsame Weg
zur Kirche und das "Gassl" vor allem in den Samstagabendnächten. Die Burschen sangen vor dem Fenster eines Mädchens,
spielten mit dem "Föüznhöübl" (Mundharmonika) oder dem "Zieha" (Ziehharmonika) ein Ständchen, trugen Gasslreime vor und
hofften auf die Gunst der Angebeteten. Erfolglose Gassler ließen nicht selten ihrer Wut und ihrer Enttäuschung freien Lauf.
Es kam vor, daß z.B. Holzscheite geworfen, Fenster eingedrückt, Gärten verwüstet oder gar Obstbäume umgeschnitten wurden.
Keinen leichten Stand hatten Gassl-Anfänger, wenn sie noch nicht bei der Musterung oder beim Militär gewesen waren.
Nicht selten wurden sie dann von eifersüchtigen "Alten" ins Brunnentrog gesteckt ("igiwuacht"), man schor ihnen die Haare
ab oder man steckte sie gar ins "Labl"(Jauchengrube).
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